Pastor Dr. Ingo Habenicht im Praktikum

Redaktion am 14. August 2012

„Hallo, ich bin Ingo“
Vorstandsvorsitzender des Ev. Johanneswerks
arbeitete für eine Woche als Praktikant in der Behindertenhilfe

Dr. Ingo Habenicht und Bewohner Rainer Brodowski. Foto: Christian Weische
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Dr. Ingo Habenicht und Bewohner Rainer Brodowski arbeiteten in der Tagesbetreuung gemeinsam an Vogelhäuschen. Foto: Christian Weische

Recklinghausen/Bielefeld (JW). „Tach Chef!“, ruft Martina. „Ich bin Gabriel“, stellt sich ihr Mann vor. „Hallo, ich bin Ingo“, antwortet Ingo und schüttelt beiden die Hand. Martina und Gabriel, ein Ehepaar mit geistiger Behinderung, wissen nicht so ganz genau, was für ein Chef Ingo ist. Das ist auch gut so, denn er will hier eigentlich gar nicht der Chef sein. Ingo heißt mit vollem Namen externer Link Pastor Dr. Ingo Habenicht und ist der Vorstandsvorsitzende des Ev. Johanneswerks. Für eine Woche hat er sein Büro verlassen und im externer Link Haus Regenbogen gearbeitet – als Praktikant.

Tagesbetreuung, Wohngruppe für Schwerstmehrfachbehinderte, Seniorenbetreuung, stationäre Außenwohngruppe: Habenicht lernte während des Praktikums mehrere Bereiche in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Recklinghausen kennen. Die meiste Zeit verbrachte er in der Tagesbetreuung: Er half dabei, die Bewohner aus den Rollstühlen zu heben, reichte ihnen Essen an, bastelte mit ihnen in der Werkstatt, nahm an Singkreisen teil. Auch Tischabräumen und Müllwegbringen gehörten zum Job.

Mehr Verständnis für die Arbeit vor Ort

Für den Besuch im Haus Regenbogen hat Habenicht sich eine Woche lang ganz auf den Arbeitsalltag eingelassen. „Ich habe mir vorgenommen, alle zwei Jahre eine solche Hospitation machen. Es ist mir wichtig, die Basisarbeit besser kennen zu lernen und zu erfahren, was die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bewegt. Es gibt tausend Themen, von denen man als Vorstand sehr weit weg ist.“ Bereits 2010 hatte Habenicht ein ebenfalls einwöchiges Praktikum in einem Altenheim absolviert und bei der Frühschicht mit angepackt. „Beim nächsten Mal ist vielleicht eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung dran.“

Andrea Frank, Leiterin des Hauses Regenbogen, hält die Hospitation für eine gute Idee. „Ich denke, dass Herr Habenicht dadurch mehr Verständnis für unsere Arbeit gewonnen hat und jetzt besser weiß, mit welchen Themen wir hier konfrontiert sind.“ Sie war es auch, die den Vorstandsvorsitzenden eingeladen hatte. „Anfangs waren schon alle ein bisschen aufgeregt. Aber Herr Habenicht war angenehm locker. Der Kontakt mit ihm fand auf Augenhöhe statt.“

Pastor Dr. Ingo Habenicht zwischen Mitarbeiter und Gitarrist Klaus Denner und Bewohner Peter Trzeszcz - Foto: Christian Weische
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Lockere Stimmung: Beim Singkreis schmetterte Habenicht zwischen Mitarbeiter und Gitarrist Klaus Denner und Bewohner Peter Trzeszcz fröhlich mit.
Foto: Christian Weische

Mehr Verständnis für die Arbeit vor Ort

Für den Besuch im Haus Regenbogen hat Habenicht sich eine Woche lang ganz auf den Arbeitsalltag eingelassen. „Ich habe mir vorgenommen, alle zwei Jahre eine solche Hospitation machen. Es ist mir wichtig, die Basisarbeit besser kennen zu lernen und zu erfahren, was die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bewegt. Es gibt tausend Themen, von denen man als Vorstand sehr weit weg ist.“ Bereits 2010 hatte Habenicht ein ebenfalls einwöchiges Praktikum in einem Altenheim absolviert und bei der Frühschicht mit angepackt. „Beim nächsten Mal ist vielleicht eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung dran.“

Andrea Frank, Leiterin des Hauses Regenbogen, hält die Hospitation für eine gute Idee. „Ich denke, dass Herr Habenicht dadurch mehr Verständnis für unsere Arbeit gewonnen hat und jetzt besser weiß, mit welchen Themen wir hier konfrontiert sind.“ Sie war es auch, die den Vorstandsvorsitzenden eingeladen hatte. „Anfangs waren schon alle ein bisschen aufgeregt. Aber Herr Habenicht war angenehm locker. Der Kontakt mit ihm fand auf Augenhöhe statt.“

Als Barkeeper im Pyjama

Auch die Rückmeldungen der Mitarbeitenden waren durchweg positiv: „Sie haben sich wertgeschätzt und ernstgenommen gefühlt. Der Besuch war motivierend für uns“, erzählt Andrea Frank. Besonders gut findet sie, dass Habenicht sich vor keiner Aufgabe gescheut hat. „Wenn wir ihm ein Zeugnis ausstellen müssten: Es wäre ein gutes“, lacht sie.

Für den Vorstandsvorsitzenden selbst war die Pyjama-Disco am Mittwochabend etwas Besonderes. „Ich war der Barkeeper. Ich habe den ganzen Abend Getränke ausgeschenkt“, erzählt er nicht ohne Stolz – und fügt augenzwinkernd hinzu: „im Pyjama-Oberteil.“ Am beeindruckendsten fand er die Polonaise: „Mitarbeitende und Bewohner, mit und ohne Behinderung, mit und ohne Rollstuhl sind da gemeinsam durch die Räume gezogen. Ein toller Abend.“

Beeindruckt ist Habenicht aber auch von den Mitarbeitenden. „Viele von ihnen sind schon seit vielen Jahren hier – sie bauen tiefe Beziehungen zu den Menschen mit Behinderung auf und bemühen sich sehr intensiv um jeden Einzelnen. Die Intensität der Arbeit ist mir hier nochmal sehr bewusst geworden.“ Für seinen Chefposten in Bielefeld nimmt Habenicht jetzt viele Eindrücke mit. „Zum Beispiel ist für mich erlebbarer geworden, dass die Alten- und die Behindertenhilfe näher zusammenrücken – weil die Menschen mit Behinderung älter werden und eine besondere Betreuung benötigen. Aber ehrlich gesagt: Die Erfahrungen hier müssen jetzt erstmal nachwirken.“

Evangelisches Johanneswerk e.V.
Evangelisches Johanneswerk e.V.Das Ev. Johanneswerk ist einer der großen diakonischen Träger Europas mit Sitz in Bielefeld. Rund 6.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in mehr als 70 Einrichtungen tätig. Die diakonischen Angebote richten sich an alte und kranke Menschen sowie Menschen mit Behinderung, Kinder und Jugendliche. Gegründet wurde das Werk 1951. Der Vorsitzende des Vorstands ist Dr. Ingo Habenicht, sein Stellvertreter Dr. Bodo de Vries.

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