Pflegefall – was nun?

Redaktion am 3. Oktober 2012

Pflege – Leben & Wohnen im Alter
HOMES & GARDENS – Special Edition 2012 | Gesundheit | Medizin | Vorsorge

Detlef Klemme | Foto: Kirsten Hötger
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Detlef Klemme, Vorstandsvorsitzender des Vereins Pflegeliga e. V. und Chefredakteur im BLiCKpunkt Medienverbund.
Foto: Kirsten Hötger

Paderborn (DKl) – Tag für Tag stehen Pflegebedürftige und besonders deren Angehörige vor der Frage: Wo findet man fundierte Informationen rund um die Pflege zu Hause oder in einer externen Einrichtung?

Ein Überblick von Detlef Klemme, Vorstand des Vereins Pflegeliga e.V. sowie Mitentwickler und -gründer einer der ersten transparenten Suchplattformen im Internet.

Als der Paderborner Journalist und Fachbuchautor im Jahr 2000 die ersten Schritte zum Aufbau einer umfassenden Übersichts- und Suchplattform mithilfe zweier sozialer Träger unternahm, gab es nur sehr wenige Anbieter.
Heute sind ca. 30 – 40 informative und übersichtliche Plattformen im Internet vorhanden und stetig kommen Neue dazu.

Seit dem Januar 2009 haben Pflegebedürftige und deren Angehörige den gesetzlich verbrieften Anspruch auf eine Pflegeberatung nach §7a SGB XI. Für diese Beratung stehen Pflegeberater, das sind qualifizierte Pflegefachkräfte, Sozialversicherungsangestellte oder Sozialarbeiter, bei den Pflegekassen zur Verfügung.

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Die Pflegekassen haben in jedem Fall die Unabhängigkeit der Beratung sicherzustellen. Sie sind Sachverwalter der Interessen des Betroffenen. Die Unabhängigkeit soll gewährleisten, dass Fremdinteressen und eine damit einhergehende Beeinflussung des Leistungsberechtigten ausgeschlossen werden kann. Sie, die Pflegekassen, haben auch die Möglichkeit die Aufgaben an Dritte zu übertragen. Das können private oder öffentliche Beratungsstellen und sonstige Dienstleister sein, so z. B. die externer Link Pflegestützpunkte.

Es muss aber auch in diesem Falle sichergestellt sein, dass die fachlichen und qualitativen Anforderungen an die Pflegeberatung erfüllt sind und die Datenschutzvorgaben eingehalten werden.

Pflegefall – Infos im Netz

Es gibt mittlerweile mehr als 10 Internetplattformen der Krankenkassen zur ambulanten- und stationären externer Link Pflegesuche mit Verweis auf die Transparenzberichte des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherungen). Eines der bekanntesten Angebote ist das Portal der AOK mit der Adresse:
externer Link www.aok-pflegeheimnavigator.de.

Für Betroffene und deren Angehörige zählt bei ihrer Entscheidung mehr als nur der eigentliche Hilfebedarf. Die Transparenzberichte sind eine hilfreiche Stütze, genügen aber auch nicht bei der Entscheidung, welche Einrichtung nun die individuell Richtige ist. Über die pflegerischen Leistungen hinaus kommen auch andere Versorgungsund Betreuungsangebote sowie Zusatzleistungen, welche nicht von den Sozialversicherungsträgern übernommen werden, in der Entscheidungsrelevanz hinzu.

Neben der forcierten ambulanten Pflege durch Bundesinitiativen wie „ambulant vor stationär“ oder „Daheim statt Heim“ gibt es zahlreiche Betreuungsangebote z.B. im hauswirtschaftlichen Bereich, die im ersten Schritt zur Unterstützung von Seniorenhaushalten sehr dienlich sind. Dieser Dienstleistungsbereich ist sehr facettenreich. Daher gibt es hier keine transparente Übersichtsplattform, die alle Dienstleistungen darstellt bzw. vergleicht. Nennenswert ist der BHSB – Bundesverband Haushaltshilfe und SeniorenBetreuung e.V. externer Link www.bhsb.de als größter europäischer Branchenverband mit knapp 20 Mitgliedsunternehmen.

Trotzdem ist im Einzelfall der Einzug in eine stationäre Einrichtung sinnvoll oder gar notwendig. Neben den zugelassenen Pflegeeinrichtungen gibt es immer mehr alternative Wohnformen und pflegeunabhängige Betreuungskonzepte. Sie sind immer häufiger gefragt, finden sich aber in den Suchplattformen der Krankenkassen kaum wider. Hier bietet „externer Link www.wohnen-im-alter.de“ eine gute und transparente Übersichtsmöglichkeit.

Eine individuelle Checkliste hilft Betroffenen und dessen Angehörige, die Besichtigung in Frage kommender Pflegeheime gezielt vorzubereiten.
Die „externer Link www.weisse-liste.de“, als unabhängiges und nicht-kommerzielles Internetportal, ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.
Hier können Sie sich als Nutzer erstmals eine Fragenliste individuell und selbst zusammenstellen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Es wird nach Aspekten gefragt, die erwiesenermaßen für das Leben und Wohlfühlen sowie für eine gute Versorgung im Pflegeheim wichtig sind. Sie können aus bis zu 200 Fragen auswählen und zusätzlich noch eigene Fragen ergänzen.

Experten-Tipp:
Bei der Auswahl einer stationären Einrichtung empfiehlt es sich in jedem Fall, das Angebot des Probewohnens zu nutzen. So erhalten Sie einen persönlichen Eindruck vom Ambiente des Hauses und der Atmosphäre im Haus.

Dieser Beitrag erschien im SONDERHEFT des Magazines HOMES & GARDENS
Gesundheit | Medizin | Vorsorge – Special Edition 2012.

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